Wenn man diesen tollen „Content-Service“ bucht
Ich habe eben eine Kaltakquise-Mail bekommen. Von einer Agentur, die mir anbietet, für meine SEO-Kunden „hochwertigen Blog-Content“ per KI zu erstellen. Inklusive „automatischer Anpassung an Algorithmus-Updates“.

Klingt für mich direkt nach 2026-Marketing-Buzzword-Bingo.
Was mache ich als SEO-Freelancer, der seit über 20 Jahren im Business ist, wenn so eine Mail reinkommt? Natürlich schaue ich mir die Referenzen an.
Auf der Website der Agentur wird ein Cloud-Storage-Anbieter als Erfolgsgeschichte präsentiert. Die Behauptung: Mit rund 500 Artikeln habe man den Kunden in den KI-Suchergebnissen so weit nach vorne gebracht, dass er dort neben AWS genannt wird.
Also habe ich die Domain des Kunden in Sistrix eingegeben.
Was ich sehe, ist das klassische Bild von Websites, die massenhaft KI-generierten Inhalt veröffentlichen:
Zunächst steigt die Sichtbarkeit rapide an, wenn Google die Artikel indexiert. Der Graph geht steil nach oben. Sieht erstmal beeindruckend aus.
Doch nach einigen Wochen zeigt sich: Die Qualität des Inhalts ist niedrig. Google erkennt das, wertet die Domain ab, und die Sichtbarkeit stürzt dramatisch ab (siehe Screenshot).
Das ist kein Einzelfall. Das Muster sieht man bei fast jeder Domain, die auf Masse statt Klasse setzt.
Das Schlimmste daran: Selbst wenn die Domain vorher halbwegs gut sichtbar war, kann so ein KI-Artikel-Spam die komplette Seite runterziehen.
Google wertet dann nicht nur die einzelnen Artikel ab, sondern die gesamte Domain.
Das heißt im Klartext: Der Kunde hat danach quasi keine organische Sichtbarkeit mehr. Und eine solche Abstrafung wieder loszuwerden, ist extrem aufwendig. Oft hilft nur, den ganzen KI-Müll wieder zu löschen und von vorne anzufangen.
Es ist erstaunlich, dass es tatsächlich Unternehmen gibt, die auf solche Angebote hereinfallen. Aber ich verstehe auch, warum: Die Versprechen klingen verlockend. 500 Artikel, KI-optimiert, automatisch angepasst.
Wer sich mit SEO nicht auskennt, denkt vielleicht: „Klingt doch super.“
Ist es aber nicht. Es ist ein Schuss ins eigene Knie.
Mein Rat: Wenn euch eine Agentur verspricht, eure Sichtbarkeit mit Hunderten von KI-Artikeln zu steigern, gebt die Referenz-Domain einfach mal in Sistrix ein. Die Kurve zeigt in der Regel, wie erfolgreich die Strategie ist.
Und wenn ihr mal ein SEO-Angebot bekommt, bei dem ihr mal einen Experten drüber schauen lassen wollt: Meldet euch gerne. Wenn ein SEO-Kollege gute Arbeit leistet, sage ich das auch und empfehle ich gerne weiter.
